Eine Nachlese des Designpreises

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Und alle zwei Jahre wieder – Sächsischer Staatspreis für Design 2009 in Dresden

Die Party war hochklassig, die Location im weißen Festspielhaus Hellerau passend wie selten, und es waren fast alle da, die sächsische Designszene und die Politik und wieder das leicht schizophrene Gefühl von Premium und Provinz, dass einen beschleicht, wenn man die sächsische Designpreisverleihung und die Wettbewerbseinreichungen betrachtet. Eine Nachlese des Designpreises.

Die Einreichungen im Bereich Kommunikationsdesign waren interessant, vielfältig und hatten teilweise hohes Niveau, wobei sich merkwürdigerweise nach wie vor kaum größere, sächsische Werbeagenturen beteiligen. Hier kann man zumindest eine insgesamt gesunde, selbsttragende Branchensituation konstatieren.

Im Bereich Produktdesign gab es einigen Diskussionsbedarf, denn es wurde kein erster Preis vergeben. Ein HDMI Kabel gewinnt den 3. Preis und ein kompletter Sportwagen wird nicht mal nominiert. Es könnte natürlich sein, dass es Produkte nicht ganz einfach haben, wenn sie in einer schwarz getünchten Diskothek in einem 60er Jahre Gebäude mit 2,5m Raumhöhe und alter Bürobeleuchtung präsentiert werden. Insgesamt ragte kein Objekt wirklich heraus, aber man konnte wie immer auch interessantes und einfach gut gemachtes Design zu sehen.

Das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass es beim Produktdesign massive Strukturprobleme in der Industrie gibt, wofür das Niveau des Produktdesigns ein wichtiger Indikator ist. Die Zuliefer-zentrierung der sächsischen Industrie ist nach wie vor das Hauptproblem der Designbranche, der Wirtschaft und damit auch des neuen Wirtschaftsministers Sven Morlok. Denn zwischen Zulieferer und Zentrale wird auch ein beträchtlicher finanzieller Mehrwert erwirtschaftet, der nicht im Land bleibt.

Förderprogramme, die einen Mittelstand ansprechen, der eigene Produkte entwickelt und vertreibt, werden auch weiterhin nicht funktionieren, weil es diese Firmen kaum gibt. Diese Firmen müssen quasi neu gegründet und entwickelt werden. Dafür muss es Förderung geben. Ansätze wie Manufakturen und Kreative Quartiere gibt es genug. Und seit der Studie zur sächsischen Kreativindustrie 2009 weiß man im Ministerium auch, wie viele Menschen in diesem Sektor arbeiten.

Die Sonderpreise Handwerk und Juniordesign haben sich etabliert und sind immer wieder Fundstelle guter Gestaltung und innovativer Ideen.

Soviel am Zustand der Designszene zu kritisieren ist - Der Designpreis funktioniert und ist immer wieder ein guter und wichtiger Treffpunkt, um mit vielen bekannten oder neuen Kollegen zu sprechen oder Kontakte zu den Institutionen zu pflegen.

Geschrieben in Allgemein

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