Artikel zum Schlagwort Konstruktion

Konstruktion und Design kommen zusammen

 

Die ICED 09 (größte internationale Konstruktionskonferenz) in Stanford ist vorbei und man ist aus meiner Sicht dem Thema der Konferenz “design has never been this cool” tatsächlich ziemlich nahe gekommen. In jedem Fall stellen diese 4 Tage mit dem Center for Design Research, der d school und ideo eine Trendwende im Umgang von (Engineering) Design und (Industrial) Design dar. Die Auswahl von Kopenhagen als nächstem Konferenzort 2011 unterstreicht diesen Eindruck nochmal.

Die Keynotes waren alle ausserordentlich gut gewählt und hervorragend präsentiert. Amory Lovin sprach mit Factor 10 Engineering über ganzheitliche Ansätze zum Senken von Kosten und Energieverbrauch und Sebastian Thrun Towards Self-Driving Cars über die Darpa Design Challenge. Beide zeigten sehr überzeugend wozu radikale, professionele und coole Entwicklungsarbeit führen kann. Aus der Praxis gab es den Vortrag von Dennis Boyle IDEO, mit schönen Beispiele für RedCross, Yellow Strom und Shimano, methodisch gab es einen kleinen Einblick zu insights, storytelling, abstrakten und konkreten Prozessschritte. und es ging bis zur Kosmetikberatung durch Mobiltelefone, vorgetragen von HP — ein kleiner Paukenschlag für eine Konstruktionskonferenz .

Ein Besuch in der d school in Standford samt Führung durch Bernie Roth gab einen guten Einblick, wie kreative und flexible Arbeitsräume inmitten einer Elite-Uni aussehen können. Sehr angenehme Leute in produktivem Umfeld mit überzeugenden Produktideen, die sich selbst nicht als Designer sondern als Design-Thinker verstehen.

Der letzte Tag war wieder sehr voll gepackt und begann für mich mit einer Session zu Supporting the Designer, danach ging es zu IDEO in Palo Alto und es gab eine Führung mit Dennis Boyle. Neben einer ganzen Reihe von spannenden Projekten ließ er uns ein wenig hinter die Kulissen blicken. IDEO hat in Palo Alto mehrere Gebäude (eine Art kleiner Campus) zumeist ehemalige KFZ-Werkstätten. Abwechselnd kommt man so durch normale Designarbeitsplätze (wenn auch mit an der Decke hängenden Fahrrädern), die Jurte, das ToyLab, Werkstätten, Besprechungs-, Ess- und Experimentierplätzen bis zum Büro im Bus. Das zu sehen, war für ein paar Konstrukteure tatsächlich wie eine völlig andere Welt. Schön wenn “designen” so greifbar wird.

Eine interessante und ertragreiche Session zum Entscheidungsprozess mit David Ullmann, sowie Beiträgen aus Stanford, Cambridge und der Mälarden Universität in Schweden setzte einen gelungenen Schlusspunkt unter 4 Tage wissenschaftliche Gedanken zu Design und Designprozessen.

Zuletzt gab es noch einen Rückblick auf die Arbeit der Special Interest Groups auch hier aus Designsicht sehr erfreuliches aus der Theorie-, der Ausblidungs- und der Human Behavior Gruppe. In Kopenhagen wird es jetzt also weitergehen und es ist zu hoffen, dass die deutschprachige Designforschungsgemeinschaft dann bedeutend auffälliger vertreten sein wird.

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